Mario Burri ist in Udligenswil auf einem malerischen Bio-Bauernhof aufgewachsen und lebt dort auch heute. Beruflich ist er als Category Manager in einer Handelsfirma tätig. Nach einem hektischen Arbeitstag findet er bei seinen Bienenvölkern Entspannung. Auch im Garten, den er gemeinsam mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter pflegt, kann er seine kreativen Ideen verwirklichen. Besonders schätzt er die kurzen Auszeiten auf der Alp in den Urner Bergen, wo die Natur den Rhythmus des Lebens bestimmt.

Welche persönliche Verbindung hast du zu Bienen und ihrer Bedeutung für die Umwelt?
Die Bienen sind ein essenzieller Bestandteil des biologischen Kreislaufs und spielen eine unverzichtbare Rolle bei der Bestäubung zahlreicher Pflanzen und Obstbäume. Durch meine enge Verbindung zur biologischen Landwirtschaft lege ich grossen Wert auf einen möglichst schonenden und natürlichen Umgang, insbesondere bei der Pflege meiner Bienenvölker.
Was hat dich dazu inspiriert, dich den Bienentagen anzuschliessen?
Das Projekt Bienentage ist eine Weiterentwicklung des Luzerner Imkertages. Seit der ersten Stunde bin ich dabei und bin stolz darauf, welche Form das Projekt angenommen hat. Unser Ziel ist es, neben der fachlichen Weiterbildung ein Netzwerk unter den Imkerinnen und Imkern zu schaffen. Mit den Bienentagen erweitern wir dieses Netzwerk auf die breite Bevölkerung. Das finde ich wunderbar.
Welche Rolle spielst du bei den Bienentagen und welche Aktivitäten oder Veranstaltungen organisierst du?
Ich bin verantwortlich für das fachliche Programm des Imkertags. Darüber hinaus betreue ich die Referenten, organisiere bei Bedarf ihre Unterkünfte und kümmere mich um alle damit verbundenen Belange. Zudem fungiere ich als Bindeglied zum Verband Luzerner Imkervereine, in dem ich als Co-Präsident tätig bin.
Kannst du uns von einem besonderen Moment oder einer Erfahrung während der Bienentage erzählen, die deine Leidenschaft verstärkt hat?
Als beim zweiten und dritten Imkertag aufgrund der Corona-Pandemie diverse Einschränkungen für öffentliche Veranstaltungen galten, haben wir niemals aufgegeben und stets Wege gefunden, die Veranstaltung dennoch durchzuführen. Im Vierer-OK waren wir nicht immer einer Meinung und führten mitunter kontroverse Diskussionen. In solchen Momenten lernt man viel über sein Gegenüber, aber auch über sich selbst. Trotz der Einschränkungen konnten wir gute Besucherzahlen verzeichnen, was uns zusätzlichen Antrieb gab, optimistisch nach vorne zu blicken.


Welche persönlichen Herausforderungen hast du im Zusammenhang mit dem Schutz von Bienen erlebt und wie hast du sie bewältigt?
In meiner Heimat, wo ich aufgewachsen bin und heute lebe, gibt es noch eher konservative Kreise, in denen es für Andersdenkende oft nicht einfach ist. Wenn man beispielsweise den Rasen nicht regelmässig mäht, um Blumen und Pflanzen wachsen zu lassen, wird man schnell einmal darauf angesprochen. Oder wenn ich meinen Garten erst Ende Winter aufräume, damit Insekten überwintern können und der Boden vor Erosion geschützt wird, sieht das zwar nicht unbedingt schön aus, aber ich erziele dadurch erstens einen hervorragenden Ertrag und zweitens beherberge ich Insekten, die viele Menschen wahrscheinlich noch nie zu Gesicht bekommen haben.